TOAN NGUYEN/TOAN NGUYEN STUDIO

Nach seinem Abschluss 1995 an der ENSCI in Paris vertiefte Toan Nguyen seine Ausbildung zunächst bei Alberto Lievore in Barcelona. 1996 wechselte er nach Mailand, wo er schon bald Leiter der Designabteilung bei Antonio Citterio wurde, mit dem er fast zehn Jahre lang Produktlinien für Unternehmen wie Axor-Hansgrohe, B&B Italia, Flos, Iittala, Kartell, Technogym, und Vitra entwarf. 2009 gründete Nguyen sein eigenes Studio in Mailand, mit dem er erfolgreich mit europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Marken zusammenarbeitet, die sich durch höchste Qualität und edle handwerkliche Verarbeitung in den Bereichen Möbel, Leuchten, Keramik und Technologieprodukte auszeichnen.

Für Toan Nguyen ist Design eine Disziplin, die untrennbar mit dem Objekt im traditionellen Sinne des Wortes verbunden ist. Absoluten Vorrang hat für ihn dessen physische Beziehung zu den Nutzern – zu denjenigen, die darauf sitzen, sich dort waschen oder davon beleuchtet werden. Formen, die das Ergebnis optimierter Herstellungsprozesse sind, sollen sofort erkannt werden, und ihre Nutzung soll sich auch unmittelbar erschließen, ohne dabei die Sinnlichkeit der Materialien zu vernachlässigen und auf die emotionale Wirkung der Objekte zu verzichten.

Mit seiner Kreativität und Individualität ist Toan Nguyen ein gefragter Designer bei vielen der aktuell führenden Designmarken wie Laufen, Dedon, Fendi Casa, Coalesse, Studio TK, Vibia, Viccarbe, Walter Knoll, Lema oder Busnelli. Viele seiner Designentwürfe wurden bereits mit angesehenen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Zusammen mit Laufen entwickelte Toan Nguyen das innovative, wassersparende Urinal Antero und die Urinalabtrennung Cinto. Antero wurde mit dem red dot award 2012 ausgezeichnet. 2014 lotete er im Rahmen des so genannten SaphirKeramik-Projekts in einer Waschtisch-Studie die Gestaltungsmöglichkeiten der revolutionären SaphirKeramik für Laufen aus. Daraus entstand 2015 daraus die spektakuläre Badkollektion Ino.

Toan Nguyen: „Mit einem neuen Material arbeiten zu können war eine Gelegenheit, die sich so gut wie nie bietet. Die Keramik ist von hoher Dichte und Härte, dabei aber überaus fein, und erlaubt sehr präzise Linien. Sie ist so hygienisch wie traditionelle Keramik, durchläuft denselben Herstellungsprozess – Giessen, Glasieren und Brennen – und ist gleichzeitig ein modernes und hochleistungsfähiges Material.“