Architecture during Art

Laufen Symposium „Architecture during art“: Architekten und Kunsthistoriker erörtern die versteckten Qualitäten der Architektur

Anlässlich der ART Basel veranstaltete der Schweizer Badspezialist Laufen am 14. Juni ein begleitendes Symposium am Unternehmenssitz in Laufen/Schweiz. Vor rund 120 teilnehmenden Architekten und Planern setzten sich Tim Kammasch, Kurt W. Forster sowie die Schweizer Architekten Gabrielle Hächler und Andreas Fuhrimann in einer anregenden Podiumsdiskussion unter dem Motto „Hidden truths of architecture“ mit den verborgenen Qualitäten der Architektur auseinander. 

„Wir freuen uns sehr, dass das „Architecture during art“ Symposium zum fünften Mal bei uns hier in Laufen stattfindet und wir die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder in Zusammenarbeit mit der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia konzipieren konnten“, eröffnete Marc Viardot, Managing Director Central European BU und Director Marketing and Products, die Veranstaltung im Laufen Forum. „Seit sieben Jahren kooperiert Laufen bereits mit Pro Helvetia und unterstützt uns als Partner der Kulturstiftung beim Salon Suisse, dem Begleitprogramm des Schweizer Pavillons auf der Biennale in Venedig“, bedankte sich Marianne Burki, Leiterin Visuelle Künste bei Pro Helvetia, für die Zusammenarbeit. Laufen unterstreicht mit der Kooperation sein Engagement für Kunst und Kultur im Allgemeinen und Architektur im Besonderen.

Doch wie und wann entsteht gute Architektur? Gibt es ein Rezept dafür? Welche Rolle spielt Empathie? Welche Nachteile bringen die Standardisierung und Uniformität der zeitgenössischen Architektur mit sich? Und welches Potenzial entsteht, wenn vermeintliche Gegensätzen miteinander kombiniert werden, obwohl sie auf den ersten Blick keine absolute Harmonie ausstrahlen? 

Für die Diskussion dieser und vieler weiterer Fragen hatten Pro Helvetia und Laufen das Podium hochkarätig besetzt: Tim Kammasch, Professor für Architekturtheorie und Salonnier des Salon Suisse auf der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig, moderierte die Podiumsdiskussion und debattierte dabei mit dem renommierten Kunsthistoriker Kurt W. Forster, Direktor und Professor Emeritus an der Yale School of Architecture sowie den Schweizer Architekten Gabrielle Hächler und Andreas Fuhrimann von AFGH Architekten, die sich dieses Jahr für den Stand von Laufen auf dem Salone del Mobile in Mailand verantwortlich zeigten.

Architektur begleitet aus dem Hintergrund
Recht schnell kristallisierte sich heraus: Die verborgenen Qualitäten der Architektur sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Tim Kammasch erklärte dies dadurch, „dass es eine der wesentlichen Qualitäten der Architektur ist, in den Hintergrund zu treten und uns aus dem Hintergrund unserer Wahrnehmung möglichst komfortabel im Alltag zu begleiten.“ Auch in Architekturdiskursen, die häufig sehr bilddominiert seien, könnten diese Qualitäten oftmals nicht abgebildet werden. So könne es passieren, dass diese Qualitäten zu kurz kommen und sich der Blick des Betrachters nur auf offensichtliche architektonische Fakten beschränke, so Kammasch. Doch welche fachlichen Voraussetzungen braucht ein erfolgreicher Architekt, um gute Architektur zu entwerfen?

Der Kunsthistoriker Kurt W. Forster und den Architekten Hächler und Fuhrimann waren sich einig: Es gibt kein allgemein gültiges Rezept für gute Architektur. Viele unterschiedliche Aspekte, die erst im Zusammenspiel ihre volle Wirkung entfalten, machen gute Architektur aus. Architekten sollten viel gereist und von der Welt gesehen haben, Interesse für Politik und Gesellschaft sowie ein kulturelles Bewusstsein haben, welches sich über die Jahre formiert hat. Auch die Kombination von unterschiedlichen Wissensrichtungen, wie im Falle von Gabrielle Hächler und Andreas Fuhrimann Kunstgeschichte und Physik, ist für das architektonische Verständnis mit Sicherheit von Vorteil, erklärte Tim Kammasch. 

Die Fähigkeit, sich in Örtlichkeiten und Situationen einzufühlen, ist ebenfalls gefragt. „Empathisches Reagieren ist essentiell in der Architektur“, verrät Gabrielle Hächler. Die Schweizer Architektin meint damit sowohl das empathische Reagieren auf die Umgebung und das Gespür für Räume und Atmosphären, als auch das empathische Eingehen auf den Bauherren in Bezug auf die Budgetierung des Projekts. 

Leerraum ist der Rohstoff der Architekten
Als Diskussionsgrundlage wurden unter anderem berühmte Gemälde und Fotografien von venezianischen Plätzen gezeigt sowie Gebäude und Projekte, die von AFGH Architekten entworfen wurden. Fuhrimann erklärte, dass Venedig-Touristen meist auf berühmte Gebäude und Objekte fixiert seien und dabei die Zwischenräume, die im Stadtbild entstehen, völlig ausser Acht liessen, bis diese schliesslich völlig in den Hintergrund träten.

Doch gerade diese Zwischenräume machen Architektur interessant. Andreas Fuhrimann ist überzeugt: „Erst abseits der Enge der Gassen Venedigs können Räume erst wirklich erfasst und gespürt werden“. Gabrielle Hächler ergänzte: „Leerraum ist der Rohstoff der Architekten“. Allerdings sollte Architektur auch nicht geometrisch überanalysiert werden, denn jede geometrisierende, logische Einordnung und Abstrahierung blende die Qualitäten der Räume aus. 

Im zweiten Teil der Podiumsdiskussion folgte eine kritische Auseinandersetzung mit moderner Architektur. „Ein Furor der Moderne ist es, alles zu standardisieren. Sowohl innen als auch aussen“, so Kurt W. Forster.

Disharmonie in der Architektur
Wohnungen, Häuser, Stadtbilder: Vieles ist heute uniform gestaltet. Dabei sollten Architekten auf den Ort hören, in dem neue Architektur entstehen soll. Für die Experten gilt: Wichtig ist, nicht immer nur Probleme aus der Welt zu schaffen, sondern auch mit örtlichen Gegenebenheiten und schwierigeren Ausgangsbedingungen zu arbeiten und mit ihnen in Dialog zu treten. Denn nur so können neue Dinge und Komplexität entstehen, die von sich aus nie entstanden wären. 

„Wenn Architekten immer nach der gleichen Methodik vorgehen würden und jeder versucht, schwierigere, örtliche Gegebenheiten aus der Welt zu schaffen, landet man am Ende bei Uniformität“, so Kammasch. Ziel sei es, Gegensätze nicht zu vermeiden, sondern Polaritäten in ein fruchtbares Spiel zu bringen. „Für uns als Architekten ist es besonders herausfordernd, diese Gegensätze miteinander zu kombinieren. Das günstigste Haus, das wir je entworfen haben, hat beispielsweise eine räumliche Opulenz wie kein anderes unserer Projekte“, so Hächler. 

Ergänzend zum Symposium hatte Laufen ein interessantes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm organisiert. Neben einer architektengerechten Führung (RIBA-approved CPD) durch das Armaturen- und Keramikwerk des Badspezialisten, konnten die Architekten im Rahmen einer exklusiven Vorschau auch einen Blick auf die facettenreiche Neuinterpretation des Saphirkeramik-Projekts „The new Classic“ von Marcel Wanders werfen. Abgerundet wurde die Veranstaltung im Laufen Forum mit der von Konstantin Grcic entworfenen Smart Mobile Disco.

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Bildzeilen
Fotonachweis: Laufen
 

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Marc Viardot, Managing Director Central European BU und Director Marketing and Products, begrüsste die Gäste beim fünften „Architecture during art“ Symposium im Laufen Forum.

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Neben einer architektengerechten Führung durch das Armaturen- und Keramikwerk von Laufen, konnten die Architekten im Rahmen einer exklusiven Vorschau auch einen Blick auf das neue Saphirkeramik-Projekt „The new Classic“ von Marcel Wanders werfen.

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Die Podiumsteilnehmer im Vorgespräch (v. l.n. r.): Marianne Burki (Leiterin Visuelle Künste, Kulturstiftung Pro Helvetia), Kurt W. Forster (Direktor und Professor Emeritus an der Yale School of Architecture), Gabrielle Hächler (AFGH Architekten, Zürich) sowie Andreas Fuhrimann (AFGH Architekten, Zürich). 

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Die Bühne ist bereit!
Bühnendesign vom Architekturfotografen Paul Clemence. 
Sitzmobiliar: Landi-Stuhl, Vitra.

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Beim „Architecture during art“ Symposium diskutierten (v. l.n. r.) Tim Kammasch (Professor für Kultur- und Architekturtheorie, Bern), Andreas Fuhrimann (AFGH Architekten, Zürich), Kurt W. Forster (Direktor und Professor Emeritus an der Yale School of Architecture) sowie Gabrielle Hächler (AFGH Architekten, Zürich).

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Die Diskutanten sprachen vor rund 120 Architekten über die „Hidden truths of architecture“. Als Diskussionsgrundlage dienten unter anderem berühmte Gemälde und Fotografien.

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Abgerundet wurde die Abendveranstaltung mit der Smart Mobile Disco by Konstantin Grcic.


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